Idee und Ausgangslage

Das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch (MUVS), ein in Wien ansässiger eingetragener Verein, schreibt einen Fotowettbewerb aus zum Thema „Schwangerschaftsabbruch“ und richtet sich damit an alle interessierten AmateurInnen und Profi FotografInnen. Das MUVS wird diesen Wettbewerb durchführen, weil es zu diesem emotional polarisierenden Thema bzw. diesem Teil der Lebensrealität kaum bis wenig brauchbares Fotomaterial für die Verwendung von JournalistInnen bzw. Medien gibt.

Meist wird in der Berichterstattung auf Fotos von hochschwangeren Frauen im 8. Monat, Ultraschall/Embryo Bilder oder auf Bilder blutiger zerstückelter Föten von Spätabtreibungen bzw. mit Fehlbildungen zurückgegriffen. Oder aber man findet Bilder von religiös motivierten politischen Aktionen vor. Die Ebene der ungewollt schwangeren Frau wird zumeist gänzlich ausgespart, schlichtweg ignoriert. Diese wird höchstens durch Bilder von Frauen mit verzweifeltem Blick auf den Schwangerschaftstest oder die (vergessene) Pille visualisiert.

Alle oben genannten Bilder projizieren in erster Linie ein falsches Bild von Schwangerschaftsabbrüchen und der Lebenssituation von ungewollt schwangeren Frauen. Diese falsche bzw. verzerrte Darstellung wird moralisierend instrumentalisiert und stärkt die Propaganda religiös motivierter Fundamentalisten. Damit erschweren derartige Bilder letztlich einen sachlichen lösungsorientierten Umgang mit dem Thema ungewollter Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch.

Das Ziel

Das Ziel des Wettbewerbes ist, den Medien bzw. der öffentlichkeit kostenlos Fotos zur redaktionellen Berichterstattung zur Verfügung zu stellen, welche die Lebenssituation der ungewollt schwangeren Frau (bzw. des Paares) in realistischer Weise darstellen und sich auf kreative Weise mit dem schwierigen Lebensthema einer ungewollten Schwangerschaft bzw. dem Abbruch auseinandersetzen.

Dies stellt eine große Herausforderung an den Einfallsreichtum der FotografInnen dar, und es setzt sicherlich ein großes themenbezogenes Interesse voraus, Bilder jenseits einer ideologischen Debatte zu schaffen. Damit soll im gesellschaftspolitischen Sinne ein weiterer Beitrag zum sachlichen Diskurs und zur Entstigmatisierung/-kriminalisie- rung von Abtreibung erfolgen.

Information zum Schwangerschaftsabbruch

Der größte Teil aller Abbrüche wird vor der 8. Schwangerschaftswoche durchgeführt, sehr viele Abbrüche sogar schon vor der 6. Schwangerschaftswoche, zu einem Zeitpunkt, wo lediglich ein Fruchtsack aber noch kein Embryo sichtbar ist. Die Entscheidung zu einem Abbruch treffen Frauen basierend auf der Einsicht, dass sie/das Paar zu dem gegenwärtigen Zeitpunkt bzw. in der aktuellen Lebens- und Partnersituation kein (weiteres) Kind verantwortungsbewusst ins Leben begleiten können. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die meisten Frauen, die eine Schwangerschaft abbrechen, bereits eines oder mehrere Kinder haben und die Entscheidung zum Abbruch basierend auf ihrer konkreten Erfahrung mit dem Leben mit Kind(ern) treffen. Dabei stellt der Abbruch die Lösung aus der Problemsituation einer ungewollten Schwangerschaft dar.